Was Auktionen bringen werden

Süddeutsche Windanlagen kommen in die Bredouille. Das Bieterverhalten hängt an der Renditeerwartung, wie die spieltheoretische Analyse von bizz energy Research zeigt.


Bei einem Auktions-Gebotswert von 6,00 Cent/kWh bringt der Nürnberger Windpark rund zwei Prozent Rendite vor Steuern, der Kieler Park mehr als vier Prozent – vorausgesetzt, dass Investitions- und Betriebskosten gegenüber der “alten Welt” vor Auktionseinführung um je fünf Prozent sinken:

 

Unsere Analyse zeigt, dass der Korrekturfaktor für verschiedene Standortqualitäten die Kosten stark beeinflusst. Die Strom­gestehungskosten sind für Standorte mit einer geringeren Qualität als 70 Prozent am höchsten. 70 Prozent-Standorte können aufgrund des Korrekturfaktors den günstigsten Preis bieten. Zugleich weisen die meisten Windparks eine Standortqualität von 70 Prozent auf.

Ausgehend von unserer Markteinschätzung erwarten wir basierend auf der Spieltheorie verschiedene Bieter-strategien unterschiedlicher Akteure: Jeder Akteur gibt sein Gebot mit dem Ziel ab, einen möglichst hohen Preis mit Zuschlag zu erhalten. Hierbei werden die Kosten und Renditeerwartungen sowie das erwartete Bieterverhalten der Wettbewerber einbezogen.

 

bizz energy – das Wirtschaftsmagazin für die Energiezukunft, Ausgabe Oktober 2016

Rendite von Windanlagen auf hoher See

Bei den Betriebskosten von Offshore-Windanlagen sprechen Brancheninsider von einer „Badewannenkurve“: Die Kosten sind zu Beginn durch Frühausfälle und am Ende der Vergütungsdauer durch Verschleiß jeweils deutlich höher als während der normalen Arbeitsperiode.

 

Offshore-Investoren können seit 2012 zwischen zwei Vergütungsvarianten wählen. Beim Stauchungsmodell sind die Vorsteuer Eigenkapitalrenditen höher, während beim Basismodell über 20 Jahre nominal höhere Gesamtausschüttungen erfolgen.

Offshore-Investoren können seit 2012 zwischen zwei Vergütungsvarianten wählen. Beim Stauchungsmodell sind die Vorsteuer Eigenkapitalrenditen höher, während beim Basismodell über 20 Jahre nominal höhere Gesamtausschüttungen erfolgen.

 

bizz energy – das Wirtschaftsmagazin, Ausgabe März 2016

Wie die EEG-Reform künftig Renditen drückt

Es wurden zwei Szenarien betrachtet: feste Einspeisevergütung und einen Vergütungssatz nach einem Auktions­verfahren. Das Szenario des Auktionsverfahrens geht von einem Gebot von 6 Cent/kWh an einem wind­schwachen Standort aus. Daraus ergibt sich ein Vergütungswert von 7,74 Cent/kWh (Korrekturfaktor von 1,29).

Fazit der Analyse ist, dass die Erlöse stärker einbrechen werden, als durch Kosteneinsparungen wieder kompensiert werden kann. Um die Renditen im neuen System zu halten müssten 21 % der Betriebskosten oder 10 % der Investitionskosten eingespart werden.

Beispiel EK-Rendite Windpark Onshore

Lesebeispiel:
Im Rahmen des aktuellen EEG bringt dieser Windpark 6,48 % Rendite – wenn er über 20 Jahre so viel Windstrom produziert wie im Gutachten prognostiziert. Werden nur 95 % davon erreicht, fällt die Rendite auf 3,87 %. Nach der EEG-Reform würde der Windpark dann bereits in die Verlustzone rutschen (-0,1 %). Die für die Analyse betrachteten Windenergieanlagen haben 2,4 Megawatt Nennleistung, bei 117 Metern Rotor­durchmesser.

 

bizz energy – das Wirtschaftsmagazin, Ausgabe Februar 2016

Aussicht auf sinkende Gewinne

Die Einmal-Degression könnte dazu führen, dass süddeutsche Windparks erst gar nicht gebaut werden. In Küstennähe bleiben Parks aber attraktiv.

Im Frühjahr 2016 wurde auf politischer Ebene im Zuge der Aushandlung des neuen EEG unter anderem eine Einmal-Degression in Höhe von 5 % diskutiert. bizz energy Research hat für zwei Windparks analysiert, wie sich dies auf die Eigenkapitalrendite auswirkt.

Zur Nachvollziehbarkeit der Kalkulation sind die zugrunde gelegten Annahmen in den Investitionssteckbriefen aufgeführt.

 

bizz energy – das Wirtschaftsmagazin für die Energiezukunft, Ausgabe Sommer 2016