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Wie Deutschland Stromexporteur bleibt

Aufgrund seinder Lage im Herzen Europas ist Deutschland ein zentrales Transitland für Strom. Durch den grenzüberschreitenden Handel mit Energie erwirtschafteten die deutschen Stromkonzerne im vergangenen Jahr einen Rekordwert von 1,5 Milliarden Euro – und waren damit Europameister.

                                                                    Abbildung: Kommerzielle Stromflüsse aus/nach Deutschland 2017 (in GWh)

Aus der Bundesrepublik wurden 2017 rund 60.000 Gigawattstunden mehr Strom ins Ausland verkauft, als von dort importiert wurden. Dieser Saldo ergab einen neuen Rekord-Exportüberschuss. Die größten Stromabnehmer waren – wie im Jahr zuvor – Österreich, Frankreich, die Schweiz und die Niederlande. Am meisten Strom importierte Deutschland aus Österreich, Tschechien und Dänemark.

 

Abbildung: Kommerzieller Außenhandel in GWh (monatlich)

Die Stromexporte sind in diesem Jahr gesunken. Die Rekordwerte von 2017 wird Deutschland in diesem Jahr wohl nicht mehr erreichen: Der Strom-Nettoexport war im Mai und Juni 2018 um 55% geringer als im Vorjahreszeitraum. Der Grund: Konventionelle Energieträger erzeugten 5.000 GWh Strom weniger, außerdem wurden etwa 4 Gigawatt Kapazität aus Kern- und Steinkohlekraftwerken stillgelegt.

 

Abbildung: Industriekunden-Strompreise im ersten Halbjahr 2018

Die Strompreise für die Industrie sind ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Die Grafik zeigt, dass Deutschland hier im Vergleich zu den Nachbarn eher am oberen Ende liegt, wenn man die Steuern und Abgaben mit einrechnet: 196,70 Euro kostet eine Megawattstunde (MWh) hierzulande, während Unternehmen in Finnland mit 84,40 Euro pro MWh Strom weniger als die Hälfte zahlen. Diese Zahlen beziehen sich auf die erste Jahreshälfte 2018 und gelten für Industriekunden mit 500 bis 2.000 MWh Verbrauch.

 

bizz energy – das Wirtschaftsmagazin für die Zukunft, Ausgabe Winter 2018/2019